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Deutscher Fassadenpreis
2002

1. Preis

Architekturbüro
Christina Mehlhose Dipl.-Ing. Architektur
Rosa Luxemburg Str. 20, 10178 Berlin

Handwerksbetrieb
Dörthe Krüger
Seumestr. 3, 10245 Berlin

Wohn- und Geschäftshaus
Auguststr. 58, 10115 Berlin

Jurybegründung:
Der Fassadenpreis wartet mit einer delikaten Besonderheit auf. Der Preis wurde erstmals an zwei verschiedene Arbeiten gemeinsam vergeben – und zwar an zwei Arbeiten, die zumindest auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht hätten ausfallen können.

Die behutsame und fast unterkühlte Weise, mit der das Haus Auguststraße 58 in Berlin veredelt wurde, zeigt bei aller Zurückhaltung, wie sehr es selbst auf die allerfeinsten Nuancen ankommt. Dies wird auch noch dadurch unterstützt, dass mit dem gegeneinander der Flachheit pastös gestrichener Flächen zur Tiefe und Lebendigkeit gestalteter Putzflächen gearbeitet wird. Die alte Fassade bekommt weder Facelift noch buntes Makeup. Sie kann fast unverändert Charakter und Würde zeigen.
Beim leuchtend rot/rotorange/orange geschossweise gestaffelten und zudem baukörperlich leicht geschwungenen Wohnhaus Frankenfels-Straße 5 in Ludwigshafen wird – wie mit einem Paukenschlag – vor Augen geführt, wie lautstark, expressiv, ja, provozierend schrill mit Farbe umgegangen werden kann, wenn sie von vornherein mit ins Kalkül gezogen wurde – und nicht, wie so häufen, nur nachträglich appliziert wird.

Weder die unterkühlte Auguststraße, bei der selbst aus den allersubtilsten Grau-Abstufungen noch Gewinn gezogen wird, noch die Frankenfels-Straße, ihr fast über das Ziel hinaus schießende Gegenpol, bekommen den Preis jeweils für sich. Sie bekommen ihn zusammen, weil sie die Bandbreite dessen abstecken, was mit überlegter Farbgestaltung überhaupt denkbar, möglich und machbar ist.

 
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